Spa-Francorchamps: Ein harter Kampf in den Ardennen

Das Team Motobox Kremer Racing war am vergangenen Wochenende zum zweiten Rennen der Motorrad-Langstrecken-Weltmeisterschaft in Spa-Francorchamps unterwegs.

Bei den Testfahrten zwei Wochen vor dem Rennwochenende in Spa-Francorchamps konnte sich das Motobox Kremer Racing Team aus Rheinland-Pfalz mit den Fahrern Geoffroy Dehaye, Lukas Walchhütter und Stefan Ströhlein an die spektakuläre Rennstrecke in den Ardennen gewöhnen. Bereits am Dienstag stand dann der finale Test vor dem Wochenende an, auch dieser lief zufriedenstellend und die Fahrer erzielten weitere Fortschritte.

Am Mittwoch wurde für die Fans in Belgien eine Parade von der knapp sieben Kilometer langen Piste in Spa bis zur Kleinstadt Malmédy durchgeführt. Viele hundert interessierte Motorsportfans empfingen die EWC-Piloten auf dem Marktplatz, anschließend wurde Autogrammstunden und Fotosessions durchgeführt, um noch mehr Nähe zu den Zuschauern zu bekommen.

Mit dem freien Training und dem ersten Qualifying begann der Donnerstag. Problemlos kam das Team von Manfred Kremer und Georg Haas durch den Tag, am Abend mussten die Piloten dann erstmals in der Dunkelheit über die Ardennen-Achterbahn. Durch zusätzliche Scheinwerfer um die Piste war die Strecke auch in der Nacht sicher zu befahren.

Das zweite Qualifying endete mit einer starken Rundenzeit von Lukas Walchhütter. Der Österreicher steigerte sich im Vergleich zum Vortag, er setzte eine 2:27,176 min. Am Ende erreichte das private Yamaha-Team den 29. Startplatz für das 24-Stunden-Rennen am Samstag und Sonntag.

Die ersten sieben Stunden verliefen nach Plan, eine Position in den Top-20 war in Aussicht. Am Samstagabend verhinderte eine gerissene Kette die Weiterfahrt und kurz vor Einbruch der Dunkelheit stürzte Walchhütter in Kurve 10 nach einem Zusammenstoß mit einem anderen Bike. Nach einer blitzschnellen Reparatur durch die Mechaniker ging es in die Nacht von Spa. Alle drei Fahrer waren gut unterwegs und kämpften sich durch die Morgenstunden.

Als in der Früh der Regen einsetzte, konnte Ströhlein einen Sturz nicht vermeiden. Der Bayer verletzte sich am Zeh, das Bike benötigte eine erneute Kur durch die Crew. Weil das Rennen für mehr als zwei Stunden unterbrochen werden musste, da Öl auf der Fahrbahn war, mussten am Ende nur noch die letzten 15 Minuten absolviert werden. Letztendlich wurde es Gesamtrang 30 und Position 11 in der EWC-Wertung. Für das nächste Rennen in Suzuka muss Motobox Kremer leider absagen, da die Kosten für die Reise nach Japan extrem hoch sind. Somit steht noch das Wochenende in Le Castellet im September auf dem Plan. Der legendäre Bol d’Or wird somit die Saison abrunden.

Stefan Ströhlein: „Dadurch, dass ich in den Trainings sehr viele Runden zurückgelegt hatte, war ich gut für das Zeittraining vorbereitet. Im Qualifying konnte ich dann konstante 2:28er-Zeiten fahren, was für die Quali-Hürde reichte. Bei meinen ersten beiden Stints passte eine Einstellung an der Gabel für mich nicht, wir haben dann die Vorspannung verändert. Ich konnte dann meine Pace fahren. Leider ist nach ein paar Runden die Kette gerissen, zum Glück ohne Folgeschaden. Ich kam super durch die Nacht, obwohl das normal nicht meine Zeit ist. Mit dem einsetzenden Regen war es für mich dann schlagartig vorbei. Mit einem riesigen Highsider aus dem Nichts musste ich hart zu Boden. Mein großer Zeh wurde beim Aufprall stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Ergebnis war mit den Zwischenfällen im Eimer, trotzdem haben wir es beendet und Punkte mitgenommen. Nun heißt es weiter im Training zu bleiben und auch weitere Testtage auf dem Bike einzuplanen.“

Lukas Walchhütter: „Der Pre-Test war sehr wichtig für uns. Die Woche in Spa hat dann auch gut angefangen. Wir sind alle sehr solide Rundenzeiten gefahren. Wir hatten keine Zwischenfälle. Weder in den Trainings noch im Qualifying. Wir haben uns mit dem Motorrad immer weiter verbessert. Meine Schwäche war es immer, eine schnelle Runde im Qualifying zu fahren. Das hat mit der 2:27er-Zeit gut funktioniert. Es war eine Ehre, dass ich erstmals den Start fahren durfte. Das ist gut gelaufen. Wir konnten am Anfang eine prima Pace gehen, das überraschte mich ein wenig. Ich glaube, vom Tempo war es unser bestes Rennen bisher. Leider hat mich am Abend der Simeon komplett unnötig abgeräumt in einer sehr schnellen Kurve. Bis auf blaue Flecken ist mir zum Glück nichts passiert. Das Motorrad war schwer beschädigt, aber das Team hat klasse gearbeitet. Das ganze Team hat den Endurance-Spirit gelebt, dadurch konnten wir ein paar Punkte sichern. Man kann leider nicht immer Glück haben.“ 

Geoffroy Dehaye: „Es ist nicht unbedingt das Ergebnis, das ich mir am Ende gewünscht hätte, denn wir hatten viel Pech, aber wir haben zu keinem Zeitpunkt die Motivation verloren. Wir haben gründlich gearbeitet und haben alles getan, um das Beste herauszuholen. So ist Endurance. Dieses Jahr haben wir nicht viel Glück, aber ich hoffe, dass wir beim Bol d’or zurückschlagen werden.“