EWC Motobox Kremer Racing #65

Finale in Most – Große Freude bei Motobox Kremer Racing

Das große Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft 2021 stieg am vergangenen Wochenende im tschechischen Most und das Team Motobox Kremer Racing brachte ein weiteres starkes Ergebnis ins Ziel. Am Ende war die Freude beim gesamten Team sehr groß.

Durch die erneute Absage der 8h von Suzuka musste der Motorradweltverband FIM und Eurosport Events einen würdigen Ersatz für das Finale der Endurance-WM suchen. Mit dem Autodrom Most in Tschechien wurde trotz der üblicherweise im Oktober kühlen Wetterlage eine Rennstrecke gefunden, die den Fahrern gleichermaßen Freude bringt aber auch alles abverlangt. Die Yamaha-Mannschaft von Manfred Kremer und Georg Haas musste durch die kurzfristige Terminierung des Laufs auf viele Teammitglieder aus Frankreich verzichten, dennoch funktionierte die gesamte Organisation hervorragend.

Nach der Pause beim Bol d’Or meldete sich Stefan Ströhlein auf der Yamaha zurück und gemeinsam mit Lukas Walchhütter und Geoffroy Dehaye erarbeiteten die drei Piloten in den Trainings ein gutes Set-Up, das die Basis für das Sechs-Stunden-Rennen am Samstag bilden sollte. Ohne auf spezielle Reifen fürs Zeittraining zu setzen gelang dem Trio der 22. Startplatz auf der 4,2 Kilometer langen Rennstrecke.

Ströhlein ging am Samstag um 11 Uhr als Startfahrer in das letzte Rennen des Jahres. Der Bayer startete ruhig und baute seinen Rhythmus kontrolliert auf. Gemeinsam mit den Teamkollegen Walchhütter und Dehaye gelang dem Team aus Rheinland-Pfalz ein starkes Rennen, welches für die Yamaha-Truppe problemlos verlief. Zwischenzeitlich auf Rang 10, wurde es letztendlich der 13. Platz im Gesamtklassement und Rang 7 in der EWC-Wertung.

Für Motobox Kremer Racing war es die stärkste Saison des Teamhistorie: In allen Rennen gab es eine Zieldurchfahrt und WM-Punkte und als Höhepunkt steht Platz 4 beim Bol d’Or im September. In der Gesamtwertung landet das Yamaha-Team 2021 mit 85 Zählern auf einem sehr starken WM-Platz 8. Nach einzigartigem Teamwork und beeindruckendem Spirit in diesem Jahr geht es nun in die Winterpause, um neue Kraft zu tanken für eine spannende Saison 2022.

Manfred Kremer: Dadurch, dass nur wenige Teams den Weg nach Most gefunden haben, war es unser Ziel, nicht am Ende des Feldes zu landen. Im Rennen sind dann auch wieder einige Teams ausgefallen, aber wir haben unser Ding durchgezogen, sind gleichmäßig unterwegs gewesen. Wir waren uns nicht sicher, wo wir stehen, denn die Fahrer waren einige Jahre nicht mehr hier und Geoff war erstmals auf dieser Strecke unterwegs. Unsere Pace im Rennen war ähnlich wie die Zeiten im Training, das ist bei uns auch die Regel.

Georg Haas: Wir haben keinen Druck auf unsere Fahrer ausgeübt, im Gegenteil, wir wollten das bestmögliche herausholen und die WM-Position halten. Das wir am Ende in der Gesamtwertung nur drei Punkte hinter dem Werksteam von Yamaha landen, ist für uns sensationell. Wir sind in diesem Jahr in jedem Rennen ins Ziel gekommen, weil wir genau das machen, was wir können. Ein großer Dank geht an unsere treuen Sponsoren, die uns großartig unterstützen und denen wir diesen Erfolg zu verdanken haben.

Stefan Ströhlein: Für mich war es ein wichtiger Saisonabschluss, nach dem durchwachsenen Jahr mit meiner Verletzung. Es war schön, dass dabei ein starkes Ergebnis heraussprang. Der Start war nicht so gut, doch das war nicht das Entscheidende für uns. In den ersten drei Runden bin ich vorsichtig ins Rennen gegangen, damit alles auf Temperatur kommt. Wir haben uns anschließend Stück für Stück vorgekämpft. Am Ende sind wir kein Risiko mehr eingegangen und wir haben nur die Position ins Ziel bringen wollen. Position 8 in der WM-Gesamtwertung ist für das Team eine unglaubliche Position, wir waren sehr konstant, haben den Langstrecken-Spirit einfach gelebt und haben das gemacht, was wir können.

Lukas Walchhütter: Da ich erst das zweite Mal in Most war hatte ich nach den ersten Runden bedenken wie es uns in den Longruns ergehen wird, da ich normalerweise keine Probleme mit den Unterarmen habe, aber trotzdem nach wenigen Runden schon harte Unterarme bekam. Leider bin ich im Q2 in der Outlap gestürzt, weil der Gang raussprang, deshalb konnte ich mich nicht verbessern. Das Rennen lief gut, denn ich konnte meine Pace trotz niedriger Asphalttemperatur halten. Es waren physisch deutlich anstrengendere Turns als beim Bol d’Or, aber die Unterarme hielten durch. Ich bin sehr happy, ein Teil vom Team sein zu dürfen und einen tollen 8.Rang in der Jahreswertung zu erreichen. Ich danke dem ganzen Motobox-Team für die tolle fehlerfreie Arbeit und den Zusammenhalt über das ganze Wochenende. Speziellen Dank an Manfred Kremer und Georg Haas. Ich hoffe, ich darf nächstes Jahr nochmal in den Sattel und das Motorrad mit meinen Teamkollegen teilen.

Geoffroy Dehaye: Wir hatten eine perfekte Woche in Most, doch zu aller erst mussten wir uns an die Strecke gewöhnen. Unser Motorrad funktionierte in jeder Session sehr gut und es war auf dieser anspruchsvollen Strecke gut zu steuern. Der Renntag verlief hervorragend, wir mussten nur tanken und die Reifen wechseln, das Team hat gute Arbeit geleistet. Als kleines Privatteam auf Position 8 in der Weltmeisterschaft abzuschneiden, macht uns sehr stolz. Wir sind das bestplatzierte Michelin-Team in der Meisterschaft, das ist ein starkes Ergebnis. Danke an meine Freunde, Sponsoren und an Motobox, für die ich mittlerweile seit sechs Jahren unterwegs bin.

Text & Bilder: Tim Althof

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