Stefan Kerschbaumer: Ein Start in der WM wäre traumhaft

Der Österreicher Stefan Kerschbaumer startet in dieser Saison für das Team MPB auf einer Yamaha R1 in der IDM Superbike 1000. Nach sechs Rennen, welche am Nürburgring, in Zolder und am Schleizer Dreieck ausgetragen wurden, steht der 27-Jährige in der Gesamtwertung auf Position sechs. IDM News hat dem Yamaha-Piloten im Interview ein paar spannende Fragen gestellt.

Stefan Kerschbaumer fährt eine gute IDM Saison 2017. / Foto: IDM News

IDM News: Stefan, in Zolder warst du konstant unter den ersten drei zu finden und konntest am Ende zwei Podestplätze mit nach Hause nehmen. In Schleiz hat das nicht ganz so gut funktioniert, woran hat es gelegen, dass der Abstand zur Spitze wieder größer geworden ist?

Die Strecke in Zolder liegt mir scheinbar einfach besser als Schleiz, wobei Schleiz natürlich für die IDM schon eine sehr tolle Veranstaltung ist, mit dem tollen Flair. Die Zeiten hinter Markus Reiterberger waren wieder sehr knapp zusammen, von dem her war der Abstand zu den Podestplätzen nicht so groß. Mit dem fünften Platz im ersten Rennen bin ich auch nicht unzufrieden, nach dem total verpatzten Start im 2. Rennen war aber dann leider nicht mehr drinnen als Platz Neun.

 

IDM News: Im Gegensatz zum Yamaha Team MGM, welches Unterstützung vom Werk bekommt und auf Dunlop startet, habt ihr die Pirelli Reifen auf eurer R1. Kannst du die Unterschiede dieser beiden Reifentypen erklären und kannst du sagen wo die Stärken des Pirelli-Reifen liegen? In der EWC startest du auch auf Dunlop.

In der Langstrecken-WM fahren wir in der Seriennahen Stocksport Klasse (kein Schnellwechselsystem). Deswegen verwenden wir dort sehr harte Mischungen, die jeweils mindestens 2, manchmal aber auch 3 oder 4 Stunden gefahren werden. In der IDM kommen natürlich wesentlich weichere Mischungen zum Einsatz. Von dem her ist der direkte Vergleich etwas schwer. Ich denke, dass mittlerweile beide Hersteller ziemlich auf dem gleichen Level angekommen sind und da keiner große Vor- oder Nachteile hat.

 

IDM News: Dein Rückstand auf Tabellenplatz drei beträgt nur sechs Punkte. Ist es dein Ziel diese Position am Ende der Saison zu erreichen? Was war dein Ziel am Anfang der Saison, gerade nach der etwas schwächeren Saison 2016 auf Kawasaki?

Ja bis jetzt ist alles extrem knapp zusammen und fast alle Fahrer haben sich neben sehr guten Rennen auch mal ein paar Schnitzer geleistet. Ich denke, dass es bis zum Ende der Saison sehr knapp weiter gehen wird. Das Ziel ist jetzt natürlich ein Top drei Rang in der Endabrechnung, wobei mein Ziel am Anfang der Saison war, unter die ersten fünf zu kommen.

 

IDM News: Markus Reiterberger dominiert zur Zeit die Superbike-Klasse und erhält für den Lausitzring WM-Lauf eine Wildcard. Glaubst du, dass du auch das Zeug zu einem Start in der Superbike-WM hättest? Wo würdest du dich fahrerisch einschätzen und gäbe es die Möglichkeit zu so einem Start von deinem Team aus, auch finanziell?

Markus fährt in der IDM einfach in einer eigenen Klasse. Wir hoffen natürlich alle, dass er jetzt mit seinem vertrauten Motorrad und Team in der WM noch mal richtig durchstarten kann, denn er hätte sich das wirklich verdient. Ein top Ergebnis von ihm in der WM, würde dann natürlich auch unseren Rückstand in der IDM ein wenig relativieren. Für mich persönlich wäre ein WM-Start natürlich immer ein Traum, aber vor allem vom technischen und finanziellen Aufwand sowieso nicht machbar.

 

IDM News: Wirst du in der Langstrecken-WM weiterhin beim Team Voelpker NRT48 bleiben? Die Saison ist seit Sonntag beendet und startet ja im September bereits mit dem ersten Saisonrennen 2017/2018. Könnt ihr euch einen Aufstieg in die EWC-Kategorie vorstellen?

Ich werde auf jeden Fall beim Bol´dor wieder dabei sein im Team NRT48 und hoffe im nächsten Jahr dann auf keine Terminüberschneidungen mit der IDM. In welcher Klasse wir antreten werden kann ich noch nicht genau sagen. Der Aufstieg in die EWC Klasse steht derzeit im Raum, ist aber natürlich mit einem erheblichen finanziellen Mehraufwand verbunden.

 

IDM News: Das Team MPB ist neu in der IDM. Wie funktioniert die Zusammenarbeit im Team, wie viele Techniker und Helfer hast du in deinem Team?

Obwohl wir ein ganz neues Team sind und vor der IDM nur einmal bei recht schlechten Bedingungen testen konnten, funktioniert alles super. Im Prinzip sind wir eine recht kleine aber feine Truppe. Bei mir direkt arbeitet mein Vater als Mechaniker und Thomas Kubiak ist im ganzen Team für die Technik zuständig. Außerdem ist da natürlich unser Teamchef Marcel Bach der sich um das ganze Drumherum kümmert und dieses Jahr ja auch schon selbst am Nürburgring als Fahrer dabei war. (Anm. Red.: Daniel Kartheininger wird ab dem Rennen in Assen, neuer Teamkollege von Stefan Kerschbaumer)

 

IDM News: Kannst du uns deinen größten Traum aus motorsportlicher Sicht verraten?

Ich fahre sehr gerne in den beiden Meisterschaften, der IDM und der Langstrecken-WM. Natürlich wäre da der Traum beides zu gewinnen bzw. in der Langstrecke klar auch einen der beiden 24 Stunden Klassiker in Le Mans oder den Bol´dor zu gewinnen – das sind schon sehr tolle Events.

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