IDM Superbike: Wer kann BMW schlagen?

In der IDM ist gerade eine große Pause angesagt. Erst in drei Wochen reisen die Teams zum zweiten Rennwochenende in dieser Saison ins belgische Zolder. Die Rennstrecke gehört zu den spektakulärsten aber auch gefährlichsten in ganz Europa. BMW konnte sich am Nürburgring ein gutes Polster in der Gesamtwertung einfahren und möchte das nun verteidigen.

Danny de Boer und Markus Reiterberger heißen die ersten beiden Sieger der IDM- Saison 2017. Beide kommen vom Team van Zon Remeha BMW und haben das klare Ziel, die Meisterschaft zu gewinnen. Beim Saisonauftakt am Nürbrugring, gab es zwei Rennen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Mit einem Regenrennen welches bis zum Ende an der Spitze sehr spannend war und einem Rennen, dass bei strahlendem Sonnenschein ausgetragen wurde und von Markus Reiterberger dominiert wurde, gab es nicht viele Gemeinsamkeiten. Doch eines war gleich: beide Male waren am Ende mindestens die ersten beiden Plätze von BMW Motorrädern belegt.

Bastien Mackels will beim Heimrennen auftrumpfen

Im zweiten Rennen standen gar drei BMW– Piloten auf dem Podium (Reiterberger vor Jan Bühn und Dominik Vincon). Wie ist das möglich? Die Markenvielfalt ist nicht allzu schlecht in der IDM, sodass auch andere Piloten Chancen auf einen Podestplatz haben müssten. In der Tat war es Florian Alt, der im ersten Rennen mit seiner Yamaha R1M Position drei erreichte. Auch im zweiten Rennen lagen beide Fahrer des Team Yamaha MGM auf Podestkurs, als Florian Alt stürzte und Teamkollege Bastien Mackels nicht ausweichen konnte und ebenfalls zu Boden ging, somit den Weg für die Nachfolgenden Fahrer frei machte. Doch um den Sieg konnten sie beide nicht annähernd kämpfen.

In Zolder sollte für Yamaha dennoch einiges Möglich sein, denn Bastien Mackels kommt an die schnelle Rennstrecke, als Lokalmatador und möchte heimischen Fans und Sponsoren zeigen, was möglich ist! Kann Yamaha mit Florian Alt und Bastien Mackels die Lücke zu BMW schließen? Ja, der Weg ist nicht so weit, Podestplätze sind schon jetzt aus eigener Kraft möglich.

 

Wie schlagen sich die neuen Waffen von Honda und Suzuki?

Jan Halbich hat mit der neuen Honda Fireblade viel Arbeit

Wie sieht es mit den anderen Marken im Fahrerfeld aus? Was macht Suzuki, Honda und Kawasaki in diesem Jahr? Vorweg, Suzuki und Honda haben es nicht leicht, denn beide Hersteller sind mit Ihren neuen Bikes noch etwas auf verlorenem Fuß und ohne Erfahrung unterwegs und gerade bei der Fireblade von Honda hakt es noch an vielen Ecken. In der Superbike-WM hat man noch mit vielen Problemen zu kämpfen und man hinkt sehr weit hinter der Spitze hinterher. Der Verlust von Nicky Hayden macht die Angelegenheit nicht gerade einfacher. Beim Road Racing blamiert sich Honda von Tag zu Tag, sodass Guy Martin und John McGuinness wegen technischen Problemen stürzten und sich dabei teils schwer verletzten. In der IDM Superbike ist der Tscheche Jan Halbich Einzelkämpfer beim Team HRP, am Nürburgring sprangen am Ende die Plätze neun und sieben heraus. Hat Honda die Möglichkeit die BMW Dominanz anzugreifen? Achtungserfolge, ja, Siege leider nein! Mit einem Fahrer den gesamten Rückstand aufzuholen, ist nahezu unmöglich.

Auch Suzuki beginnt bei Null. Das Team um Denis Hertrampf setzt in dieser Saison die neue Suzuki GSXR 1000 ein und startet mit den ehemaligen WM-Piloten Vittorio Iannuzzo und Dominic Schmitter, die jeweils einen sechsten Platz am Nürburgring ergattern konnten. Kein schlechter Start, aber auch hier steht noch viel Arbeit bevor. Vorteil im Gegensatz zu Honda? Sechs Fahrerinnen und Fahrer startet auf einer GSXR, bei Honda ist es nur einer. Wie wird sich Suzuki verbessern können, sind Siege gegen BMW möglich? Mit Schmitter und Iannuzzo hat Suzuki sehr erfahrene Fahrer und auch Luca Grünwald wird zur Entwicklung beitragen. Mit der Zeit, denke ich das die Suzuki sich zu einem konstanten Motorrad entwickeln wird, welches wir regelmäßig unter den ersten fünf wieder finden werden. Siege sind trotzdem aus eigener Kraft noch nicht möglich.

Vittorio Iannuzzo ist der beste Suzuki- Pilot in der Gesamtwertung

Was machen die grünen? Nunja, es ist schon komisch und teilweise sehr schwer zu verstehen, warum die Kawasaki ZX10R in der IDM nur mit viel Mühe nach vorne kommt und in der Superbike-WM beinahe unschlagbar ist. Im Prinzip ist es bei der BMW S1000RR genau andersherum. In der WM haben die Bayern nicht viel zu melden und in der IDM oder der Superstock-EM läuft alles wie geschmiert. Gut, man muss sagen, dass Geld eine große Rolle in der WM spielt und Kawasaki nun viel Geld in die Seriennahe Weltmeisterschaft steckt, BMW leider nicht. Aber dennoch ist es komisch, das die Kawasaki ZX10R in der IDM nicht viel zu melden hat, obwohl das Serienmotorrad eine starke Basis bildet und in der IDM ja auch nahe am Stocksport- Reglement, also beinahe im Serienzustand, gefahren wird.

Romain Maitre startet für das Kawasaki Schnock Team aus Kawasaki ZX10R in der IDM Superbike. Am Nürburgring hat er einen denkbar schlechten Start hingelegt, so dass er mit keinem Punkt nach Zolder kommt. Der Franzose ist ein erfahrener Rennfahrer, der bereits seit einiger Zeit in der Langstrecken-WM unterwegs ist. In der IDM soll er für Kawasaki Top Ergebnisse einfahren. Auf den Sieg werden die Grünen allerdings keine Hoffnungen haben, zu weit entfernt ist man von der Spitze. Dennoch bleibt abzuwarten wie sich die Kombination Maitre, Kawa und die neuen deutschen Rennstrecken entwickelt. Deshalb bleibt hier ein kleines Fragezeichen stehen.

Romain Maitre ist ein Neuling in der IDM Superbike

Das Rennwochenende in Zolder startet bereits am Donnerstag mit den freien Trainings, somit geht erstmals eine IDM- Veranstaltung über vier Tage.

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